Es handelte sich um eine der skurrilsten Weihnachtsgeschichten, die jemals deutsche Medien beschäftigt haben: In der Vorweihnachtszeit im vergangenen Jahr erhielt die Redaktion der Frankfurter Rundschau (FR) ein Päckchen mit sensiblen Daten der Landesbank Berlin (LBB), und brachte den Skandal umgehend in die Öffentlichkeit. Die Daten von über 130.000 Kreditkartenbesitzern waren bei der Zeitung gelandet.

Während schon die Polizei ermittelte, meldeten sich auf einmal zwei Kurierfahrer: Sie hätten nur einen Weihnachtsstollen essen wollen, der eigentlich an die Redaktion der FR adressiert war. Um den Päckchendiebstahl zu vertuschen, etikettierten sie eine von sechs Sendungen an die LBB um - so kamen die Daten in die FR-Redaktion. Die 1973 und 1981 geborenen Männer hatten nach eigenen Angaben gedacht, es handle sich bei der Sendung um bedeutungslose Briefumschläge.

Heute sind die beiden Kurierfahrer vom Frankfurter Amtsgericht zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Einer muss 720, der andere 960 Euro zahlen. Der Weihnachtsstollen dürfte somit als einer der teuersten Kuchen in die Geschichte eingehen. Vor Gericht räumten die beiden Angeklagten die Tat ein. Die mittlerweile arbeitslosen Männer nahmen das Urteil an.