Das Bergwerk Asse bei Wolfenbüttel ist von Grundwasser bedroht: Die darin gelagerten Atommüll-Fässer könnten jederzeit vom Grundwasser ertränkt werden, stellte das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in einem Bericht fest. Täglich flössen 12.000 Liter Wasser hinein. Wolfram König, der Präsident des BfS, rechnet jederzeit mit einer plötzlichen Erhöhung des Wasserspiegels.

Die Standsicherheit des Atommülllagers ist laut BfS bis 2020 nur dann gegeben, wenn diese Menge an Grundwasser nicht steigt.

Offenbar forschte in dem Bergwerk zudem nie jemand an den Bedingungen für eine Endlagerung von Atommüll, wie bisher angenommen wurde. Jedenfalls konnte das BfS bei seinen Untersuchungen keine Hinweise auf Forschungsarbeiten erkennen. Von 1967 bis 1978 wurde in Asse schwach und mittel radioaktiver Abfall eingelagert. Wie es nun scheint, war der Standort von Anfang an wie ein Endlager genutzt worden.

Das BfS hat erst Anfang des Jahres den Betrieb des Stollens Asse übernommen, vorher lag das Bergwerk in der Verantwortung des Helmholtz Zentrum München. Im Herbst 2008 kamen Autoren eines Untersuchungsberichtes zu dem Ergebnis, dass das Lager unsicherer ist, als bisher vermutet. "Die Sicherheit ist nirgends nachgewiesen", sagte damals Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD). "Die Asse ist die problematischste kerntechnische Anlage, die wir in Europa finden." Das Lager soll bis 2017 geschlossen werden.