Die Dänen haben heute nicht nur über die Zusammensetzung des Europaparlamentes abgestimmt, sondern auch über eine Änderung der über 150 Jahre alten Verfassung. Dort ist festgelegt, dass männliche Prinzen ein Vorrecht auf den dänischen Thron haben. So wurden faktisch Prinzessinnen benachteiligt.

Was vor 150 Jahren Gang und Gäbe war, galt der aktuellen Regierung als überholt. Mit einer Regierungsinitiative brachte sie einen Volksentscheid ins Rollen, der die Emanzipation in die Monarchie holen sollte. Die vorgeschlagene Neuregelung erhielt eine haushohe Mehrheit von 78,2 Prozent. Aktuelle Hochrechnungen besagen, dass bei der Abstimmung das Quorum von 40 Prozent erreicht wurde. Bei der gekoppelten Europawahl nahmen in Dänemark 55 Prozent aller Wahlberechtigten teil.

Kronprinz Frederik (41) und dessen Sohn Prinz Christian (3) nehmen derzeit die ersten beiden Plätze als Thronanwärter nach Königin Margrethe II. (69) ein. Da Frederik nur einen Bruder, Prinz Joachim (40) hat, und Prinz Christian das erste Kind des jetzigen Thronfolgerpaares ist, hätte die von der Regierung angestrebte Verfassungsänderung erst in mehreren Jahrzehnten Konsequenzen. Betroffen wären die noch ungeborenen Urenkel der Königin.