Vielleicht war er schon immer da. Oder zumindest schon seit Hunderttausenden, vielleicht gar Millionen von Jahren. Prähistorische Versteinerungen zeigen: Schon die ersten Flugechsen hatten einen ungewöhnlich breiten, markanten Schnabel, der einem merkwürdig bekannt vorkommt.

Auch die gefundenen Überreste von Anas Erectus, der ersten aufrecht gehenden Ente, die die Erde vor 1,5 Millionen Jahren bevölkerte, lassen nur einen Schluss zu: Donald Duck und seine Ahnen leben auf diesem Planeten bereits mindestens so lange wie der Mensch und seine Vorfahren.

Wer das nicht glaubt, kann sich durch die Forschung der Gruppe "InterDuck" eines Besseren belehren lassen. Diese Vereinigung mit Sitz in Berlin hat seit Anfang der 1980er Jahre die Ver-Entung der Welt in all ihren Facetten erforscht. Dabei sind die Künstler mit offensichtlichem Hang zu skurrilem Humor auf zahllose überzeugend wirkende Beweisstücke gestoßen, die nahelegen, dass die Ahnen von Donald und Co. im Laufe der Zeit in allen Kulturen und an fast allen Orten der Welt stärker gewirkt haben, als die klassische Wissenschaft es bislang wahrhaben will.

Dötzi, Duck-Anch-Amun und eine Nofretete mit Entenkopf

Neben besagten Versteinerungen legen die InterDuck-Aktivisten in der Wanderausstellung "Duckomenta" etliche Kunstwerke und Dokumente vor, um ihre Weltsicht zu belegen: Duck-Anch-Amun findet man da und eine Nofretete mit Entenkopf; die Venus von Willendorf erinnert ebenfalls frappierend an einen Vogel und wird als früher Beleg des bei Enten bis heute geltenden Schönheitsideals interpretiert, der Fettbürzeligkeit; mumifizierte Reste des Erpels "Dötzi", die sich im Gletschereis fanden, legen ebenfalls eine bedeutende Rolle der Entenvögel in der Kulturgeschichte nahe.

Aus späteren Epochen findet man in dieser Sammlung, die in Kürze beim Ehapa-Verlag als opulent illustrierter Katalog unter dem Titel "Art of the Duckomenta" erscheint, unter anderem: Leonardos Mona Lisa mit Schnabel, Tischbeins Goethe mit unverkennbarer Ähnlichkeit zu einem gewissen Dagobert Duck, und gar ein Foto, das bei der ersten Mondlandung 1969 aufgenommen wurde: Es zeigt den Fußabdruck des ersten Astronauten auf dem Erdtrabanten, der eindeutig als Entenfuß mit Schwimmhäuten zu identifizieren ist.

Der Katalog zur Sammlung von Duck-Kunstwerken und Dokumenten erscheint zu einem besonderen Zeitpunkt: Donald Duck, die wohl berühmteste Ente der Welt, wird in diesen Tagen 75 Jahre alt. So will es zumindest die offizielle Duck-Geschichtsschreibung, wie sie vom Egmont-Ehapa-Verlag vertreten wird, der die Geschichten von Donald und seinen kaum minder berühmten Verwandten aus Entenhausen seit Jahrzehnten in Deutschland herausgibt.

Schnell stahl die Ente der Maus die Schau

Hier wird der Geburtstag des vom Schicksal gebeutelten Stehauf-Erpels auf den 7. Juni 1934 datiert. Damals tauchte die menschelnde Ente zum ersten Mal auf der Kinoleinwand auf, in einem kurzen Zeichentrickfilm aus den Disney-Studios namens The Wise Little Hen. Darin spielte der jähzornige Kerl im blauem Matrosenanzug noch eine Nebenrolle. Aber schon kurze Zeit später wurde er zum Publikumsliebling, der seinem lebenslangen Konkurrenten Micky Maus die Schau stahl, erst auf der Leinwand und ab 1936 auch in eigenständigen Comic-Serien.