Mit seinem ersten Triumph bei den French Open hat sich der 27 Jahre alte Schweizer endgültig auf Seite eins im großen Buch der Tennis-Geschichte eingeschrieben. "Das ist unbeschreiblich, ich habe kaum Worte dafür", kommentierte er. "Das ist vielleicht mein größter Sieg, der Druck ist endlich weg", sagte Federer nach dem sporthistorischen Augenblick.

Der Ausnahme-Athlet erfüllte sich im Endspiel gegen den Schweden Robin Söderling seinen jahrelangen Traum und krönte sich mit 14 Titeln bei allen vier Grand-Slam-Turnieren zum größten Tennisspieler, der jemals die Plätze dieser Welt betreten hat. Nach fünf Wimbledon-, fünf US-Open- und drei Australian-Open-Triumphen hat er nun als sechster Spieler Eingang gefunden in den exklusiven Zirkel derjenigen, die sich bei allen Grand-Slam-Turnieren in die Siegerlisten eingetragen haben. Vor ihm war dies nur Andre Agassi, Donald Budge, Roy Emerson, Rod Laver und Fred Perry gelungen.

Die größte Schrecksekunde in dem einseitigen Endspiel erlebten Federer und seine hochschwangere Frau Mirka auf der Tribüne zu Beginn des zweiten Satzes. Plötzlich stürmte ein Flitzer mit FC-Barcelona-Fahne in der Hand auf den Platz und versuchte, dem verdutzten Federer eine rote Mütze auf den Kopf zu setzen. Der zuckte kurz zusammen und schubste den Verrückten dann zur Seite. Nach einem Sprung übers Netz wurde der Mann von Sicherheitsleuten überwältigt und vom Court getragen.

Die 15 000 Menschen auf der Tribüne des Center Courts sahen kein hochklassiges und auch kein spannendes Match. Dafür war Federer zu überlegen, zu konstant und zu elegant. Und dafür war vor allem Söderling zu schwach. Seine gefürchteten Aufschläge kamen selten. Wenn sich einmal ein längerer Ballwechsel entwickelte, machte der 24 Jahre alte Schwede am Ende den Fehler.