Fritz Henderson wählte seine Worte mit Bedacht. "Das ist unsere letzte Chance, es richtig zu machen – ein für alle Mal die Teile unseres Unternehmens in Ordnung zu bringen, die uns immer wieder davon abgehalten haben, erfolgreiche Autos und Trucks zu bauen", sagt der Chef des insolventen General Motors (GM) am Mittwoch vor einem Senatsausschuss in Washington.

Henderson musste den Senatoren gegenüber rechtfertigen, warum sein Konzern sich so dringend von über 2000 Autohändlern trennen müsse. Nur so könne GM sein Markenimage verbessern, die Verkaufschancen für erfolgreiche Händler vergrößern und mehr privates Kapital anziehen, sagt Henderson.

Seit Montag saniert sich der ehemals größte Autokonzern der Welt unter Gläubigerschutz. Weitreichende Zugeständnisse von der Gewerkschaft UAW und von den Anleihegläubigern hat GM mit Hilfe der US-Regierung bereits durchgesetzt. Gut 20.000 Mitarbeiter sollen entlassen, 14 Werke geschlossen oder stillgelegt werden.

Schlank und gesund

Im Insolvenzverfahren kann der Mutterkonzern von Opel deutlich einfacher die längst überfälligen Einschnitte vornehmen und sich von unprofitablen Unternehmensteilen trennen. Mit den Marken Chevrolet, Cadillac, GMC and Buick will GM binnen zwei bis drei Monaten als schlankeres, gesundes Unternehmen aus der Insolvenz kommen. Doch die eigentliche Arbeit fängt dann erst an.

"GM steht unter enormem Druck, nach der Insolvenz mit Modellen auf den Markt zu kommen, die amerikanische Konsumenten auch kaufen", sagt Jesse Toprak, Analyst beim Branchendienst Edmunds. Seit Jahrzehnten verliert der Konzern aus Detroit Marktanteile an die Konkurrenz aus Asien und Europa, weil sie sparsamere und verlässlichere Autos bauen. 1980 verkaufte GM noch 45 Prozent aller Neuwagen in den USA. Zehn Jahre später waren es nur noch 35 Prozent, heute ist es nur noch jeder fünfte Neuwagen.

Dabei hat der Autobauer laut Toprak durchaus Erfolg versprechende Produkte in der Pipeline. GM arbeitet an zwei Hypbrid-Fahrzeugen und am Elektroauto Chevrolet Volt. Allerdings leidet der Konzern unter einem ernsthaften Imageproblem. "GM hat schon jetzt  Modelle, die durchaus mit Toyota konkurrieren können. Allerdings wissen das viele gar nicht oder wollen es nicht wissen", sagt John Wolkonowicz  vom Analysehaus IHS Global Insight. 40 Prozent aller potenziellen Autokäufer kauften grundsätzlich keine amerikanischen Autos. Nur 20 Prozent dagegen würden sich ausschließlich für Fahrzeuge von US-Herstellern entscheiden.