Vier Politiker kämpfen in Iran um das Amt des Staatspräsidenten. Amtsinhaber Ahmadineschad muss sich drei Konkurrenten stellen, einem im Vergleich zum Staatspräsidenten gemäßigt Konservativen und zwei Reformern. Am Freitag, den 12. Juni wird gewählt, ein Ergebnis wird es voraussichtlich am Samstag geben.

Mahmud Ahmadineschad sah in den letzten Wochen noch wie der sichere Sieger aus, doch seit kurzem weht ihm ein heftiger Wind entgegen. Schuld daran sind nicht nur seine beiden um die siebzig Jahre alten Herausforderer aus dem Reformlager - der ehemalige Sprecher des iranischen Parlaments, Mehdi Karoubi, sowie der frühere Premierminister in den Kriegsjahren 1980 bis 1988, Mir-Hossein Mussawi.

Schuld daran ist vor allem der 54-jährige Mohsen Rezai. Als langjähriger Chef der Revolutionären Garden und Mitbegründer der Hisbollah zählt er zu den Konservativen. Zudem ist er Mitglied im 35-köpfigen Schlichtungsrat, der im Konfliktfall zwischen Wächterrat und Parlament vermittelt.

Zwei Reformer Mir-Hossein Mussawi (l.) und Mehdi Karoubi. Letzterer will bei einer Stichwahl seine Stimmen auf Mussawi umlenken © MEHDI DEHGHAN/AFP/Getty Images

Rezai ist bis heute ein strammer Anhänger der islamischen Revolution, trotzdem will er eine Wiederwahl Achmadineschads auf jeden Fall verhindern. Insofern offenbart seine überraschende Kandidatur einen tiefen Riss im konservativen Lager. Mächtige Kleriker und Politiker scheinen entschlossen, eine zweite Amtszeit des populistischen Hardliners zu torpedieren.

Ihre Gründe unterscheiden sich kaum von der Kritik der Reformer Mussawi und Karoubi. Im Inneren herrschen Missmanagement, Arbeitslosigkeit und hohe Inflation. Die Rekordeinnahmen aus dem Ölpreisboom sind verschleudert und nicht reinvestiert worden. Stattdessen ging Ahmadineschad mit seiner Atompolitik sowie mit harschen Äußerungen über Israel und der Leugnung des Holocausts nach außen auf Konfrontationskurs.