Israelische Medien berichteten übereinstimmend, dass Netanjahu weiter für den Ausbau der Siedlungen eintrete. Dies wolle er am Dienstag bei einem Treffen mit dem US-Nahostbeauftragten George Mitchell bekräftigen. Netanjahus Sprecher Mark Regev wollte sich dazu bislang nicht äußern.

Bei seiner Grundsatzrede in Kairo hatte Obama am Donnerstag einen Stopp des israelischen Siedlungsbaus in den Palästinensergebieten gefordert.

Netanjahu kündigte für die kommenden Tage eine Grundsatzrede zur Politik seiner Regierung im Hinblick auf die Palästinensergebiete und den gesamten Nahen Osten an, wie er zu Beginn der wöchentlichen Kabinettssitzung am Sonntag sagte.

US-Außenministerin Hillary Clinton dementierte am Freitag auch die israelische Darstellung, die Regierung von Obamas Vorgänger George W. Bush habe geheime Absprachen für den  Ausbau jüdischer Siedlungen im Westjordanland gegeben.

Die israelische Oppositionsführerin Zipi Livni sagte nach Angaben des israelischen Rundfunks, Bush habe seinerzeit die Bereitschaft geäußert, die Realität großer Siedlungsblöcke im Westjordanland anzuerkennen. Dies habe jedoch nichts mit dem Willen der israelischen Gruppen zu tun, die Siedlungsaktivitäten auszuweiten und dafür eine Genehmigung zu erhalten.

Die USA hätten niemals Siedlungen unterstützt, insofern bedeute die Position Obamas auch keine Wende in der US-Politik, betonte die ehemalige Außenministerin.