Auch der öffentliche Scheidungskrieg hat den konservativen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi bei den Europa-Wahlen nicht schwächen können. Nach dem vorläufigen Endergebnis vom Montagmorgen – nach Auszählung von 98,8 Prozent der Wahlbezirke – kam er mit seiner PDL auf 35,2 Prozent der Stimmen, nur etwa 2 Prozentpunkte weniger als noch bei den Parlamentswahlen 2008.

Die größte Partei der linken Opposition, die demokratische PD, brachte es auf 26,1 Prozent und sank damit im Vergleich zu den Parlamentswahlen im Vorjahr um etwa 7 Prozentpunkte.

Als eigentliche Sieger der Abstimmung stellten sich die ausländerfeindliche Regierungspartei Lega Nord und die Anti- Korruptionspartei IDV des ehemaligen Tangentopoli-Ermittlers Antonio di Pietro aus dem linken Flügel heraus. Die Lega Nord stieg auf 10,3 Prozent und verbesserte sich damit im Vergleich zu 2008 auf Kosten von Berlusconi um fast 2 Prozentpunkte.

Die IDV-Partei konnte ihre Stimmen mit 7,9 Prozent im Vergleich zu den Parlamentswahlen fast verdoppeln, während die Kommunisten an der erstmals eingeführten 4-Prozent-Hürde scheiterten.

Die endgültige Wahlbeteiligung lag nach Angaben des Innenministeriums mit 67 Prozent um 7,8 Prozentpunkte niedriger als noch 2004.