Der brasilianische Weltstar Kaká wechselt vom AC Mailand zum spanischen Rekordmeister Real Madrid. "Der Transfer ist unterzeichnet", sagte der Präsident Florentino Pérez im spanischen Radiosender Onda Cero.

Der Vertrag soll für sechs Jahre gelten, ein Jahr länger als ursprünglich geplant, teilten die Madrilenen mit. Einzelheiten zu den Modalitäten wurden nicht genannt. Spanische Medien hatten zuvor schon von einem Jahres-Netto-Einkommen von rund 9 Millionen Euro für Kaká und einer Ablösesumme von rund 65 Millionen Euro an Mailand berichtet. Das wäre die zweithöchste Ablösesumme nach den 78 Millionen Euro, die Real 2001 für Zinédine Zidane an Juventus Turin gezahlt hatte. "Er ist ein Spieler, den viele Klubs haben wollten. Für den Abschluss des Geschäfts war das gute Verhältnis zum AC Mailand sehr wichtig", sagte Pérez.

Kaká kündigte an, sich in Madrid nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen, sondern "wichtige Geschichte schreiben" zu wollen. Er habe nun weit mehr Verantwortung als bei seinem Wechsel von Brasilien nach Mailand, "als mich niemand kannte", sagte der 27-Jährige auf einer Pressekonferenz in Recife im Nordosten Brasilien, wo die Nationalmannschaft, die "Selecao", am Mittwoch in der WM-Qualifikation gegen Paraguay spielen wird. "Angst vor der neuen Aufgabe habe ich aber nicht."

In der vergangenen Woche war der schon fast perfekte Transfer noch kurzfristig gestoppt worden. Nach spanischen Medienberichten hatte der FC Chelsea noch im letzten Augenblick ein Angebot für den Brasilianer vorgelegt. Wahrscheinlicher ist aber, dass man mit dem Vollzug bis nach der Europawahl gewartet hat, weil Silvio Berlusconi, der Inhaber des AC Mailand, Stimmenverluste befürchtete.

Auf der Homepage des AC Mailand wurde "dem Menschen und großen Champion Kaká für seinen wichtigen Beitrag zu so vielen Siegen der Rot-Schwarzen in den vergangenen sechs Jahren" gedankt. Nur mit Mühe könne der Verlust technisch ersetzt werden. Sehr viel schwerer werde es jedoch, die Lücke zu schließen, die Kaká als Mensch hinterlasse, "als leuchtendes Beispiel für Ernsthaftigkeit, Einsatz und Professionalität". Spiel für Spiel listeten die Macher der Internetseite die 70 Tore auf, die Kaká in der Serie A für Mailand geschossen hat, sowie die 23 Champions-League-Treffer des Brasilianers, die 2007 mit zum Gewinn der Königsklasse geführt hatten.

Auf die Frage, ob er in Madrid die Rückennummer fünf des früheren Real-Strategen Zinédine Zidane tragen wolle, reagierte Kaká am Montag gewohnt bescheiden. "Danke für die Empfehlung, aber Zidane ist Zidane". In Madrid habe er noch nichts gewonnen, fügte der Brasilianer hinzu. Als einen seiner möglichen "Nachfolger" beim AC Mailand nannte Kaká seinen Landsmann Alexandre Pato. Der 19-jährige Stürmer habe sowohl in Italien als auch in der brasilianischen Nationalelf "eine glänzende Zukunft vor sich".