Bei der Wahl, deren Ergebnisse erst am Montag vorliegen sollen, standen einander zwei Blöcke gegenüber: Die pro-westliche Fraktion um den Sunniten Saad Hariri und eine vom Iran unterstützte Allianz unter Führung der schiitischen Hisbollah. Die Wahlbeteiligung war nach offiziellen Angaben besonders in den Vierteln der Christen hoch.

Es wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen erwartet. Dementsprechend angespannt waren die beiden Lager. In einigen Wahlbezirken prügelten sich Anhängern der rivalisierenden Parteien und unabhängigen Kandidaten, bis die Armee einschritt. Auch mehrere Beschwerden wegen angeblich gefälschter Wählerausweise und Stimmenkauf gingen bei den Wahlleitern ein.

Dieses Frühjahr sind sunnitischen und schiitischen Mitgliedern der beiden Blöcke mehrmals gewaltsam aufeinandergetroffen. Anschließend hatten sich die libanesischen Parteien auf die Bildung einer Einheitsregierung geeinigt. Dieser Regierung gehört auch die Hisbollah an, die im Sommer 2006 Krieg gegen Israel geführt hatte. Die Hisbollah wird von Experten immer wieder als Terror-Organisation eingestuft. Im innenpolitischen Machtkampf hat die Hisbollah Waffen gegen Libanesen eingesetzt. Großen Teilen der Bevölkerung ist das als traumatische Erfahrung in Erinnerung geblieben.