Wegen angeblich illegaler Einreise mit feindlicher Absicht müssen sich nun zwei US-Journalistinnen vor einem Gericht in Nordkorea verantworten. Ihnen könnten mehr als zehn Jahre Zwangsarbeit drohen.

Die beiden US-Journalistinnen Euna Lee und Laura Ling arbeiteten für den Internet-Sender Current TV. Im März wurden sie bei Dreharbeiten sie am Grenzfluss zwischen China und Nordkorea festgenommen. Die Regierung im nordkoreanischen Pjönjang wirft den beiden Journalistinnen vor, sie haben beim Dreh nordkoreanischen Boden betreten. Verhandelt wird der Fall seit heute vor einem der höchsten Gerichte des kommunistisch geführten Landes.

Experten befürchten, Nordkorea könne den Fall nutzen, um den Druck auf die USA zu erhöhen. US-Außenministerin Hillary Clinton hat sich bereits eingeschaltet. Die Vorwürfe seien totaler Unsinn, sagte die Ministerin, und forderte die sofortige Freilassung der Reporterinnen.

Der Prozess könnte den Konflikt um Nordkoreas Atomprogramm weiter verschärfen. Die Regierung Nordkoreas erkennt die Grenze zu Südkorea im Gelben Meer nicht an. Immer wieder führte das zu Konflikten zwischen Nordkorea und dem amerikafreundlichen Südkorea, das von den US-Amerikanern unterstützt wird. Erst vor Kurzem drang ein nordkoreanisches Kriegsschiff in südkoreanisches Gewässer ein und war erst nach einem Wanrschuss wieder umgekehrt. Nordkoreas Atomwaffentest am 25. Mai und mehrere Raketenstarts spannten die Situation zusätzlich an.