Am Freitag ist der seit fast zwei Monaten andauernde und bisher weitgehend friedliche Protest peruanischer Amazonas-Indios gegen die Erdölförderung eskaliert.

Bei der gewaltsamen Räumung einer Straßenblockade bei der Stadt Bagua wurden nach offiziellen Angaben elf Polizisten und drei Zivilisten getötet.

Vertreter der Indios berichteten in der Hauptstadt Lima von mindestens 25 getöteten Zivilisten und hunderten Verletzten. Die Regierung von Präsident Alan García und die Indio-Bewegung gaben sich gegenseitig die Schuld an dem Gewaltausbruch.

Die Polizei hatte am Freitag Medienberichten zufolge in der Provinz Amazonas die Straßenblockierer zunächst von Hubschraubern aus mit Tränengas beschossen. Anschließend griffen Polizeikräfte die Demonstranten mit Sturmgewehren an.

Die Angaben des nationalen Polizeidirektors, General José Sánchez Farfán, die getöteten Polizisten seien von den Demonstranten erschossen worden, wiesen die Indios zurück.

Ihr Anführer Alberto Pizango betonte, die Indios hätten überhaupt keine Schusswaffen. Die Beamten seien vermutlich von Querschlägern ihrer Kollegen getroffen worden.

Die Indios nahmen nach Angaben von Ministerpräsident Yehude Simon inzwischen 38 Polizisten als Geiseln und drohten mit ihrer Ermordung, wenn sich die Polizei nicht zurückziehe.