Erst am Samstag hatte die Bruderschaft eine Kapelle in Fulda geweiht - und damit die Vertreter des dortigen Bistums provoziert. Ortsbischof Heinz Josef Algermissen hatte die Weihe ausdrücklich untersagt. Für den 27. Juni haben die Pius-Brüder nun angekündigt, drei Diakone und drei Priester weihen zu wollen.

Auch in Regensburg wollte die Bruderschaft ohne Genehmigung aus der katholischen Kirche Weihen durchführen. Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller hatte das bereits vor Monaten verboten. Innerhalb der katholischen Kirche ist die Bruderschaft höchst umstritten, unter anderem erkennt sie das Zweite Vatikanische Konzil nicht an. Die Deutsche Bischofskonferenz begründet, der Vatikan habe den Rechtsstatus der Bruderschaft noch nicht eindeutig geklärt. So lange dürfe die Bruderschaft auch keinerlei bischöfliche oder sakramentale Handlungen vornehmen.

Müller hat sich deswegen auch an den Vatikan gewandt. Eine Antwort aus Rom lässt auf sich warten. Wie die Bischöfe nun mit den angekündigten Priesterweihen weiter umgehen werden, ist unklar. Unterdessen dauern die strafrechtlichen Ermittlungen wegen Volksverhetzung gegen den britischen Bischof Richard Williamson von der Bruderschaft weiter an.

Ein Ende der Untersuchungen ist nach Angaben der Regensburger Staatsanwaltschaft vom Montag noch nicht abzusehen. Williamson hatte im vergangenen Jahr die Ermordung von sechs Millionen Juden in den Gaskammern bestritten und nur eine geringe Zahl von Opfern in den Konzentrationslagern der Nazis eingeräumt.