Michael A. Roth ist nicht mehr länger Präsident des 1. FC Nürnberg. Nach insgesamt neunzehn Jahren an der Spitze des fränkischen Traditionsklubs legt er sein Amt nieder. Nach
Angaben der Bild-Zeitung will sich der 73-Jährige mehr ins Privatleben zurückziehen und auf die Arbeit in seiner Textil-Firma konzentrieren. Der "Club" will am Mittag auf einer Pressekonferenz Einzelheiten zum überraschenden Abgang seines langjährigen Präsidenten mitteilen.

Die Fußball-Bundesliga verliert eine ihrer schillerndsten Figuren. Der Teppich-Millionär hatte das Amt beim Aufsteiger seit 1994 zum zweiten Mal inne. Zuvor hatte er den Verein bereits von 1979 bis 1983 geführt. Roth wurde auch als "Trainer-Killer" bezeichnet, weil er in seiner Amtszeit vierzehn Trainer verschliss. Darunter befanden sich so prominente Leute wie Felix Magath, Hans Meyer und Klaus Augenthaler.

Roth sorgte auch mit seinen Sprüchen für Aufsehen. Im Oktober 2003 sagte er nach einer Niederlage gegen Lübeck: "Nach dieser Vorstellung muss ich sagen, ich habe eine Pistole samt Waffenschein und würde einigen am liebsten das Hirn durchpusten."

Der gebürtige Kitzinger gründete 1956 im Alter von 21 Jahren das Textilienunternehmen ARO, das er bis heute als größte Kette für Teppichböden, Teppiche und Tapeten in Deutschland etablierte. Er wurde 2002 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande, 2006 mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet. Bis zu einer geplanten Satzungsänderung bei der Mitgliederversammlung im Oktober steht der bisherige Vize-Präsident Franz Schäfer vorübergehend an der Spitze des Vereins.