Die Politik habe nicht genug dafür getan, wieder mehr Menschen zum Autokauf zu animieren, kritisierte der Vize-Präsident des Verbandes europäischer Firmen in Russland (AEB), Martin Jahn bei der Präsentation der Zahlen für den Monat Mai. Jahn fordert von der Regierung, die Anreize für Banken auszuweiten, die Zinsen bei Autokrediten zu senken.

Russland wollte in diesem Jahr ursprünglich zum größten Automarkt Europas avancieren. Das Land könnte auch für den Rüsselsheimer Autobauer Opel künftig eine wichtige Rolle spielen. Zusammen mit dem kanadischen Autozulieferer Magna bemühen sich der russische Hersteller Gaz und die Sberbank um einen Einstieg bei Opel und wollen dann vor allem in Russland expandieren.

Dort herrscht seit dem Ausbruch der Wirtschaftskrise allerdings bei vielen Verbrauchern große Unsicherheit über die finanzielle Zukunft, sodass der Kauf eines Neuwagens für sie derzeit nicht in Frage kommt. Seit vergangenem August haben 3,2 Millionen Russen ihren Arbeitsplatz verloren. Im gesamten Jahr brach der russische Automarkt bisher um knapp die Hälfte ein. Vor allem Ford, Toyota, Hyundai und die bisherige Opel-Mutter General Motors mussten Umsatzeinbußen hinnehmen.