Die wissenschaftliche Untersuchung betrachtete die Zeit zwischen 2002 und 2005. Außerdem war der Einfluss nicht in allen Politikfeldern gleich groß. In der Umweltpolitik etwa wurden 81,3 Prozent der deutschen Gesetze durch Europa beeinflusst, im Bereich Inneres 12,9 Prozent. Bei der Wirtschaft waren es 40 Prozent.

Das widerspricht der landläufigen These, dass 80 Prozent der in Deutschland geltenden Gesetze durch europäisches Recht festgelegt würden. Die Hagener Politikwissenschaftlerin Elisabeth Töller denkt, dass diese überdimensionierte Zahl auf eine Äußerung des Kommissionspräsidenten Jacques Delors 1988 vor dem Europäischen Parlament zurück geht: "In zehn Jahren werden 80 Prozent der Wirtschaftsgesetzgebung, vielleicht auch der steuerlichen und sozialen, gemeinschaftlichen Ursprungs sein." Diese Zahl spielt in der Pro- und Contra-Argumentation in Sachen Europa aber eine große Rolle, je nachdem, ob der  Staatenverbund als übermächtig oder als äußerst wichtig dargestellt werden soll.