Einen Monat nach Fischers Amtsantritt billigten die Prager Abgeordneten am Sonntag in einer Sondersitzung die innenpolitische Übergangslösung. Der Statistikexperte Fischer soll Tschechien bis zu Neuwahlen im Oktober führen.

Die Mitte-Rechts-Koalition seines Vorgängers Mirek Topolanek war Ende März zur Halbzeit der EU-Ratspräsidentschaft des Landes durch ein Misstrauensvotum der sozialdemokratischen Opposition gestürzt worden. Auslöser war vor allem die Finanzkrise. Die Opposition warf Topolanek damals vor, nichts getan zu haben um die Folgen der globalen Krise zu mildern. Die Regierung hingegen verfügte über keine eigene Mehrheit, einige fraktionslose Abgeordnete schlugen sich bei dr Vertrauensfrage auf die Seite der Opposition. Nach Topolaneks Rücktritt einigten sich ein Großteil der Abgeordneten darauf, bis zu den nächsten Wahlen im Herbst eine parteilose Übergangsregierung ins Amt zu heben.

156 der 200 Abgeordneten votierten nun in Prag für Fischer und sein Kabinett. In seiner Regierungserklärung forderte Fischer in Krisenzeiten einen "wirtschaftlich vernünfigen Staatshaushalt". Der nächste EU-Gipfel in Brüssel Mitte Juni soll unter Leitung Fischers auch über die internationalen Finanzmärkte beraten. Zum 1. Juli übernimmt Schweden für sechs Montate den EU-Vorsitz.