Pikaljowo ist eine von 500 russischen Kleinstädten, die zu Sowjekt-Zeiten um einen bestimmten Produktions-Sektor herum künstlich aufgebaut wurden. Umso härter wurde die Kleinstadt nun von der Wirtschaftskrise getroffen: Nahezu alle Einwohner sind direkt oder indirekt abhängig von einem Zementwerk, das zum Imperium des Oligarchen Oleg Deripaska gehört - ebenso wie der zukünftige Opel-Partner GAZ.

Gegen den Arbeitsstopp und die Pläne zur Schließung der Fabrik haben sich die Einwohner jetzt gewehrt. Mehrere Hundert besetzten medienwirksam eine Fernstraße, und zwangen den russischen Regierungschef Wladimir Putin zu einer Ortsbegehung. Mit Blick auf die Fabrik äußerte der sich: "Warum ist die Fabrik so runtergekommen? Sie siehts aus wie eine Müllhalde."

Bei seinem Besuch überredete Putin Deripaska, einen Vertrag über das Fortbestehen des Werkes zu unterschreiben. Einige Kritiker forderten hingegen eine Verstaatlichung des Betriebes, obgleich die Weltbank für Russland ein Schrumpfen des Bruttoinlandsproduktes von 4,5 Prozent voraussagt.