Dies geht aus der heute von der nationalen Wahlkommission veröffentlichten endgültigen Kandidatenliste hervor. Zu Karsais ärgsten Rivalen zählen zwei frühere Mitglieder seines Kabinetts, der ehemalige Außenminister Abdullah Abdullah und Ex-Finanzminister Aschraf Ghani. Offizieller Wahlkampfauftakt ist am Montag. Bei der Organisation des Urnengangs greifen die Vereinten Nationen der Regierung in Kabul unter die Arme. Finanziert werde die 223 Millionen Dollar teure Wahl mit Spenden aus dem Westen, sagte der Leiter der Wahlkommission, Asisullah Ludin.

Karsai lenkt das Land seit der Vertreibung der radikal-islamischen Taliban im Jahr 2001 und hat die letzte Wahl vor fünf Jahren gewonnen. Trotz der jüngsten Welle der Gewalt und dem zunehmenden Ärger der Bevölkerung über seine Amtsführung konnte Karsai in den vergangenen Wochen seine Position gegenüber der zersplitterten Opposition festigen. Seine Kontrahenten gehen daher davon aus, dass er schwer zu schlagen sein wird.

Nach US-Angaben stieg die Gewalt in dem Land zuletzt auf den höchsten Stand seit 2001. Die radikal-islamischen Taliban bezeichnen die Abstimmung im August als Schwindel und riefen ihre Anhänger zu weiteren Gewaltakten auf. Die Nato will zur Absicherung der Wahl bis zu 10.000 zusätzliche Soldaten nach Afghanistan schicken. Deutschland stellt dafür 600 Männer und Frauen bereit.