Die so genannten BRIC-Länder demonstrierten bei ihrem ersten Gipfeltreffen im russischen Jekaterinburg ein gestiegenes Selbstbewusstsein. Die Schwellenländer forderten mehr Mitspracherecht bei dem Internationalen Währungsfonds und den Vereinten Nationen. Der Gastgeber und russische Präsident Dmitrij Medwedjew bezeichnete den Austragungsort als das "Epizentrum der Weltpolitik".

Eines der Kernthemen war die aktuelle Weltwirtschaftskrise. Sie BRIC-Länder forderten ein "stabiles und berechenbares" Weltwährungssystem. Indirekt sprachen sie damit dem US-Dollar seine Rolle als Leitwährung ab. Vor Beginn des Gipfels hatte sich Russlands Präsident Medwedjew noch deutlicher geäußert: "Die bestehenden Reservewährungen einschließlich des Dollar haben ihre Funktionen nicht erfüllt." Deshalb sei die Schaffung einer supranationalen Reservewährung wahrscheinlich. Die internationalen Finanzmärkte reagierten nervös auf die Äußerungen Medwedjews: Der Dollar gab an den Devisenmärkten nach.

Russland und auch China haben in letzter Zeit die Diskussion über eine neue Welt-Leitwährung vorangetrieben. Beide Länder hatten zudem angekündigt, den Anteil von US-Staatsanleihen an ihren Devisenreserven vermindern zu wollen. Im Gespräch ist ein diversifiziertes Währungssystem, das sich stärker auch an anderen Währungen ausrichten sollte. Ein Vorschlag dabei ist, die Kunstwährung des Internationalen Währungsfonds (IWF), die Sonderziehungsrechte (SZR), zu einer Reservewährungseinheit auszubauen.