"Wir denken, dass wir Verhandlungen mit den Palästinensern ohne jede Vorbedingung beginnen können", sagte der ultrarechte Avigdor Lieberman nach einem Gespräch mit EU-Chefdiplomat Javier Solana und dem tschechischen Außenminister und EU-Ratsvorsitzenden Jan Kohout.

Der israelische Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu hatte hatte am Sonntag erstmals der Gründung eines Palästinenserstaates zugestimmt. Ein solcher Staat müsse allerdings nicht nur Israel anerkennen, sondern auch entmilitarisiert sein.

"Wir haben ein Recht auf unsere Haltung und jede Seite hat ein Recht auf ihre Position", sagte Lieberman. "Wir sind bereit, zu hören, was die palästinensische Position ist." Israel sei "auch bereit zu Gesprächen mit jedem arabischen Land in unserer Region."

Israel unterstütze die Vision von US-Präsident Barack Obama von einem "regionalen Frieden". Kohout unterstrich, die EU wolle im Nahen Osten eine Zwei-Staaten-Lösung und ein Ende des israelischen Siedlungsbaus.

Den Iran bezeichnete Lieberman als "größte Bedrohung nicht nur für den Nahen Osten. Es ist der größte Faktor von Instabilität." Die internationale Gemeinschaft müsse "das iranische Atomprogramm mit scharfen Sanktionen stoppen."

Die Rede des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu vom Sonntag wurde von den Außenministern der EU als "Schritt in die richtige Richtung" begrüßt.

"Er hat das Wort Staat ausgesprochen. Das ist ein kleiner Schritt vorwärts. Das ist gut, aber es ist nur ein kleiner Schritt", sagte Schwedens Außenminister Carl Bildt. Auch der deutsche Außen-Staatssekretär Günter Gloser bezeichnete Netanjahus Aussage als wichtigen Schritt und fügte hinzu: "Es liegen noch viele weitere Schritte vor uns."