Die Finanzkrise hat die Situation der Unternehmen weiter verschlechtert. "In wichtigen Bereichen der Wirtschaft graben sich Finanzierungsprobleme immer tiefer ein", zitierte das Nachrichtenmagazin Der Spiegel aus der jüngsten Konjunkturumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). Vor allem Großunternehmen mit mehr als tausend Beschäftigten seien betroffen.

Hier stieg der Anteil von Unternehmen mit schlechteren Kreditkonditionen der Umfrage zufolge auf 36 Prozent. Das sind zehn Prozentpunkte mehr als noch zu Jahresbeginn. In der gesamten Wirtschaft hätten 23 Prozent der insgesamt mehr als 20.000 befragten Betriebe über eine Verschlechterung bei Krediten berichtet - ein Anstieg von drei Prozent gegenüber dem Januar. Die Finanzierungskosten stiegen durch die schwierige wirtschaftliche Lage teilweise deutlich an.

"Die Liquiditätsengpässe bedrohen zunehmend die Existenz von Unternehmen ­ und auch die Vorfinanzierung neuer Aufträge", sagte DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann. "Das gefährdet einen möglichen Aufschwung."

Besonders trübe ist die Stimmung in der Automobilindustrie – und das trotz Abwrackprämie. Mehr als die Hälfte der Firmen sieht sich in einer schlechten Geschäftslage. Insbesondere Zulieferer klagten. 78 Prozent von ihnen äußerten sich unzufrieden, mehr als in jeder anderen Branche.

Auch die Zukunftserwartungen der Autobauer liegen deutlich unter dem Durchschnitt aller Wirtschaftszweige. Mehr als 70 Prozent der Unternehmen wollen ihre Investitionen zurückfahren.

Entsprechend negativ urteilte Kammerpräsident Driftmann über die Konjunkturhilfe der Bundesregierung für die Autobranche. "Die Abwrackprämie erweist sich als Strohfeuer, nicht als Initialzündung", sagte er. Schon nächstes Jahr werde sie zum Bumerang für die Automobilindustrie, da ihr dann die Aufträge fehlen würden.