Der vorläufige Insolvenzverwalter der Wadan-Werften in Wismar und Rostock-Warnemünde, Marc Odebrecht, hat die wirtschaftliche Situation des Unternehmens als "weiterhin schwierig" bezeichnet. Insgesamt lasteten rund 100 Millionen Euro an Lieferantenverbindlichkeiten auf Wadan, teilte er mit. Zudem sei der finanzierte Auftragsbestand der Werft offenbar geringer als bislang bekannt. "Wir haben uns als erstes um die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter gekümmert." Damit die Belegschaft so schnell wie möglich Geld erhalte, sei zunächst ein 90-prozentiger Abschlag des Tariflohns ausgezahlt worden.

Am vergangenen Freitag hatten die Wadan-Werften mit rund 2500 Beschäftigten Insolvenz angemeldet. Dem Unternehmen zufolge führten ungeklärte Fragen auf Gesellschafterebene zur Ablieferung von Schiffen dazu, dass Kunden-Anzahlungen in dreistelliger Millionenhöhe nicht abgerufen werden konnten. "Wir werden als Geschäftsführung alles in unserer Macht stehende tun, den Fortbestand der Arbeitsplätze zu sichern", erklärte der Chef von Wadan Yards Germany, Einar Brönlund.

Die Wadan-Werften waren Ende des vergangenen Jahres im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise in Liquiditätsprobleme geraten. Auch Kredite des Landes Mecklenburg-Vorpommern und Bürgschaften des Bundes reichten nicht aus, die Insolvenz abzuwenden.

Das Unternehmen ist seit 2008 mehrheitlich im Besitz der russischen Beteiligungsgesellschaft FLC West, die rund 70 Prozent der Anteile hält. Die restlichen 30 Prozent hält die Schiffsbau-Gesellschaft STX Europe, die aus der norwegischen Aker Yard Gruppe hervorgegangen ist. Zu Wadan gehören die drei Werften Wadan Yards MTW in Wismar, die Wadan Yards Warnow in Rostock-Warnemünde und die Wadan Yards Okean im ukrainischen Nikolaev. Dazu kommen weitere Gesellschaften in Deutschland und in der Ukraine. Die Firmengruppe hatte zuletzt insgesamt 5000 Beschäftigte.