Den Live-Blog zu den Ereignissen von heute finden Sie hier.

Twitter ist ihr Nachrichtendienst, Youtube ihr Fernsehsender:  Seit Samstag protestieren die Gegner von Irans Präsident Mahmud Ahmadineschad gegen die offensichtlich manipulierte Wahl. Über die sozialen Netzwerke werden Demos organisiert, Berichte von Übergriffen machen die Runde, Videos zeigen der ganzen Welt, dass der Protest viel größer ist als es Ahmadineschad glauben machen mag. Millionen Internet-User in aller Welt werden Zeuge einer Freiheitsbewegung und solidarisieren sich via Twitter mit den Demonstranten.

Hier hat ZEIT ONLINE in Auszügen dokumentiert, wie das Netz den zehnten Tag nach der Wahl erlebte:

17.50 Uhr
Offenbar wurde die getötete junge Iranerin Neda heute Morgen bestattet, wie mehrere Quellen berichten. Über Twitpic ist mittlerweile eine Aufnahme ihres mutmaßlichen Grabes veröffentlicht worden. In zahlreichen Kommentaren bekunden Menschen ihr Beileid.

17.10 Uhr
Vertrauenswürdige Quellen berichten über Twitter von der Polizeipräsenz in Teheran:

"here is a massive, massive, massive POLICE PRESENCE - their presence is really INTIMIDATING!!!"

"RT from Iran:Theres Anti - riot police with guns in their hands from roof tops in 7th tir sq."

"yesterday military helicopters were in the air. Up till now it was police helicopters."

16.50 Uhr
Das Blog The Daily Dish hat ein Video von einem Tränengas-Angriff auf Demonstranten veröffentlicht, laut Angaben von heute.

16.20 Uhr
Über Twitter kursieren Meldungen, dass das iranische staatliche Fernsehen die "Bürger" um Hilfe gebeten habe, Demonstranten zu identifizieren und zu verhaften. Die farsisprachige Website BultanNews veröffentlicht indes "Steckbriefe" gesuchter "Unruhestifter", die während den Protesten fotografiert wurden. In zahlreichen Tweets wird bereits zum Hackangriff auf die Website aufgerufen.

15.50 Uhr
Ein iranischer Student schildert gegenüber BBC die zunehmende staatliche und polizeiliche Repression gegen Demonstranten, die offenbar viele Menschen vor weiteren Protesten abschreckt:

"My mother went to the demonstration on Saturday. […] She wasn't hurt, but she saw guards attacking people and hitting them with batons."

"We know that some of them are tracking us on our phone. […] When we say certain words... such as 'supreme leader' or 'demonstration' our lines are cut."

15.40 Uhr
CNN berichtet von mindestens fünf Verhaftungen während der Proteste. Beobachter aus Teheran melden derweil, dass Polizei und Basiji-Miliz Tränengas einsetzen, um die Menge auseinander zu treiben.

15.30 Uhr
Folgendes Video ist laut Angabe gestern in Teheran entstanden, als Kämpfer der Basiji-Miliz zwei iranische Männer verhaftet haben:

15.20 Uhr
Die iranische Nachrichtenagentur Fars soll berichtet haben, dass die iranische Regierung gegen Mussawi rechtliche Schritte erwäge, da er weiter zu "illegalen" Demonstrationen aufrufe. Reuters zitiert Ali Shahrokhi, den Leiter des Gerichtsausschusses:
"Mousavi’s calling for illegal protests and issuing provocative statements have been a source of recent unrests in Iran […] Such criminal acts should be confronted firmly. […] The ground is paved to legally chase Mousavi."

14.50 Uhr
Reuters meldet, dass sich etwa 1000 Oppositionelle zur Kundgebung in Teheran versammelt haben. Unbestätigten Meldungen zufolge sollen die Proteste bereits begonnen haben, teilweise ist von Konflikten am Ferdowsi-Platz die Rede: "UNCONFIRMED RT Report from Tehran: 4pm: Protests already started. Clashes in Ferdowsi sq. #iranelection #gr88 #neda"

14.45 Uhr
In einigen Tweets aus Iran ist zu lesen, dass auch heute Polizei und Basiji-Miliz wieder die Straßen in Teheran kontrollieren. Die Situation in der Stadt sei momentan ruhig.

14.30 Uhr
Wie Reuters und BBC melden, soll Italien dazu bereit sein, verwundeten Demonstranten in der Botschaft in Teheran Schutz zu gewähren, falls notwendig.

13.45 Uhr
Das Wall Street Journal schreibt über die Internetzensur der iranischen Regierung und die mutmaßliche technische Unterstützung durch europäische Firmen wie Siemens und Nokia.