Die britische Regierung bestellte den iranischen Botschafter in London ein. Damit reagiere man auf Chameneis Rede, in der dieser Großbritannien als "das Böse" bezeichnet hatte, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in London.

Auch die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Staaten haben sich besorgt über den Verlauf der Präsidentenwahl in Iran gezeigt und eine Nachprüfung des Wahlergebnisses gefordert. Dies sagte der tschechische Außenminister Jan Kohout, derzeit auch Vorsitzender des EU-Außenministerrates, nach dem EU-Gipfel in Brüssel. Die EU-Staaten unterstützten die Forderung nach einer erneuten Auszählung von Wahlergebnissen.

"Die Stabilität kann nicht zurückgewonnen werden, indem man die friedlichen Demonstranten unterdrückt", sagte Kohout. "Es kann nur Stabilität geben, wenn der Wahlprozess geprüft und untersucht wird."

Der US-Kongress hat in Resolutionen die Gewalt gegen Demonstranten in Iran und die Unterdrückung der Meinungsfreiheit angeprangert. Das Repräsentantenhaus unterstütze alle iranischen Bürger, die sich zu Freiheit, Menschen- und Bürgerrechten sowie Recht und Gesetz bekennen, heißt es in der mit großer Mehrheit gebilligten Entschließung der US-Abgeordneten. Die Regierung in Teheran wird darin zudem aufgefordert, elektronische Kommunikation ungehindert zuzulassen.

Nach dem Recherche-Verbot für ausländische Medien versucht Iran auch, den Kontakt der Bevölkerung zum Ausland zu behindern. Telefongespräche nach Deutschland seien mitgehört und unterbrochen worden, sobald die Proteste zur Sprache kamen, berichteten Exil-Iraner. Dies sei systematisch bei etlichen Telefonaten erfolgt. Bereits in der Vergangenheit sei es zur Unterbrechung von Telefongesprächen gekommen, wenn kritische Dinge zur Sprache kamen.