Nach der Gewalt im Wahlkampf sei die Parlamentswahl in Albanien bis zum Mittag ohne Zwischenfälle verlaufen, berichtete die staatliche Wahlkommission in Tirana. Rund drei Millionen Albaner sollen entscheiden, ob ihr Staat künftig wieder von der amtierenden rechtsgerichteten Koalition oder von den oppositionellen Sozialisten regiert werden soll.

Im Vorfeld der Wahl hatte es Tote und Verletzte gegeben. Noch bevor der Wahlkampf offiziell eröffnet wurde, wurde der sozialistische Abgeordnete Fatmir Xhindi am 2. Mai aus dem Hinterhalt erschossen. Am 18. Juni fiel der christlich-demokratische Politiker Aleksander Keka einen Bombenanschlag zum Opfer.

Rund 15 Prozent der gut drei Millionen Wahlberechtigten wurden zudem schon im Vorfeld ausgeschlossen, weil sie nicht rechtzeitig neue Personalausweise bekommen konnten.

"Die Albaner zeigen mit dieser Wahl ihre europäische Zukunft", sagte Regierungschef Sali Berisha nach der Stimmabgabe. Oppositionschef Edi Rama rief die Wähler zur Gewaltfreiheit auf, um damit "der Reife Ausdruck zu verleihen, dass sie Teil der EU werden können."

Faire Wahlen seien "die Vorbedingung, der EU beizutreten". Über 500 Ausländer beobachten den Wahlgang. Die USA und Brüssel haben freie Wahlen zur Voraussetzung für die weitere Annäherung Albaniens an die EU gemacht.