Hamburgs Universitätspräsidentin Monika Auweter-Kurtz hat sich am Freitag Nachmittag krankgemeldet und ins Wochenende verabschiedet. Höchstwahrscheinlich wird sie nicht in ihr Amt zurückkehren.

Am Freitag hatte der Senat der Hansestadt einen Schlussstrich gezogen. "Wir haben der Präsidentin ein Angebot unterbreitet, ihren Vertrag im wechselseitigen Einvernehmen aufzulösen", sagte die Wissenschaftssenatorin Herlind Gundelach (CDU). "Wir erwarten in der nächsten Woche ihre Antwort." Der Vertrag von Auweter-Kurtz läuft noch bis zum Jahr 2012. Eine eventuelle Nachfolge ist bisher ungeklärt.

Fakultäten und Professoren lehnten eine weitere Zusammenarbeit mit Auweter-Kurtz mehrheitlich ab, hieß es aus der Hochschule. Zuvor hatten sich die Dekane mit 4:1 Stimmen gegen einen Verbleib der 58-Jährigen an der Spitze der Universität entschieden. "Die Zeichen aus der Uni sind deutlich", sagte der Sprecher der Wissenschaftsbehörde, Timo Friedrichs. Es gebe Gespräche mit der Präsidentin und dem Hochschulrat über das weitere Verfahren. Die Senatorin Gundelach hatte am Mittwoch erklärt, aus der Uni müssten die Signale kommen, ob man mit Auweter-Kurtz weiter arbeiten wolle oder nicht.

Die Universitätspräsidentin steht in der Kritik für ihren autoritären Führungsstil und ihren Reformeifer. Zudem war der von Auweter-Kurtz und den Regierungsparteien CDU und Grünen angestrebte Uni-Neubau in der Hamburger Hafencity auf heftige Gegenwehr gestoßen. In den vergangenen Wochen hatte es mehrfach Rücktrittsforderungen gegeben, unter anderem von 120 Professoren und 170 wissenschaftlichen Mitarbeitern.

Schon seit ihrer Berufung im November 2006 hatte die Expertin für Raketenantriebstechnik und Befürworterin von Studiengebühren in Hamburg einen schweren Stand. So wurde der Naturwissenschaftlerin eine zu große Nähe zur Rüstungsindustrie unterstellt, was ihr auch den Namen "Raketen-Moni" eintrug. Mit ihrem wirtschaftsnahen Kurs und großem Augenmerk auf das Einwerben von Drittmitteln erntete sie auch Lob, aber vor allem viel Kritik.