Die G8-Außenminister appellierten an Iran, die innenpolitische Krise friedlich und durch einen demokratischen Dialog zu überwinden. Das forderten sie bei ihrem Treffen beim norditalienischen Triest. Außerdem drängte die Ministerrunde die Islamische Republik dazu, sein seit Jahren umstrittenes Nuklearprogramm offenzulegen.

"Es ist unerträglich, was wir im Iran gesehen haben", sagte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier bei der gemeinsamen Pressekonferenz aller Minister. Das von der iranischen Führung vorgelegte Wahlergebnis sei höchst zweifelhaft. Der gastgebende italienische Außenminister Franco Frattini rief die iranische Regierung auf, die Pressefreiheit einzuhalten. Nach Angaben aus Diplomatenkreisen blieben Debatten um den Wortlaut der Resolution aus. Zunächst war befürchtet worden, dass dann Russland ein Veto einlegt.

Bei den Protesten im Iran nach der Wahl am 12. Juni sind an die 20 Menschen getötet worden. Der Präsidentschaftskandidat Mir Hussein Mussawi zweifelt die Wiederwahl von Präsident Mahmud Ahmadineschad an und verlangt eine Annulierung der Wahl. Das lehnt die Staatsspitze ab. Das Teheraner Regime wirft dem Westen vor, sich in innere Angelegenheiten des Iran einzumischen.

Die G8 zeigten sich auch besorgt wegen des iranischen Atomprogramms. Das Land steht in Verdacht, unter dem Deckmantel der Stromerzeugung nach Waffen zu streben. Iran bestreitet das, läßt aber keine internationale Kontrollen zu.