Mit der Demonstration wollten die Menschen ihre Unterstützung für die Interimsregierung Honduras bekunden. Während in New York die UN-Generalversammlung die gewaltsame Absetzung Zelayas verurteilte, forderten die Demonstranten Unterstützung für den Interimspräsidenten Roberto Micheletti.

"Ja zur Demokratie, nein zur Diktatur" war auf Transparenten zu lesen. Die Menschen warfen Zelaya vor, die Verfassung gebrochen und eine Diktatur in Honduras angestrebt zu haben. Sie forderten ein Ende der Gewalt und verurteilen die Drohungen, die von Manuel Zelaya und dem venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez gegen die neue Regierung ausgesprochen wurden.

Zelaya hatte angekündigt, dass er am Donnerstag nach Honduras zurückkehren wolle. Interimspräsident Micheletti teilte unterdessen mit, dass Haftbefehl gegen Zelaya erlassen worden sei. Der honduranische Außenminister Enrique Ortez sagte, dass der gestürzte Präsident eine Genehmigung für die Rückkehr nach Honduras benötige.

Die argentinische Präsidentin Cristina Kirchner will den gestürzten Präsidenten bei dessen geplanter Rückkehr begleiten. Die Staatschefin habe eine entsprechende Einladung des Vorsitzenden der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) angenommen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Telam.

Spanien rief unterdessen die EU-Staaten auf, aus Protest gegen den Sturz Zelayas ihre Botschafter aus Honduras abzuberufen. Die Diplomaten sollten möglichst rasch als Zeichen des Protests zu Beratungen zurückgerufen werden, sagte der spanische Außenminister Miguel Angel Moratinos.

Aus Protest gegen den Putsch wird die neue Regierung international nicht anerkannt. Die Staaten Mittelamerikas haben ihre Beziehungen zu der neuen Regierung in Tegucigalpa eingefroren und ihre Grenzen nach Honduras vorübergehend geschlossen.

Am Montagabend waren die Proteste gegen den Interims-Präsidenten Roberto Micheletti laut lokalen Medienberichten in Gewalt umgeschlagen. Hunderte von Anhängern Zelayas hatten in der Nähe des Regierungssitzes im Zentrum von Tegucigalpa Barrikaden aus Steinen, Holzplatten und Autoreifen errichtet, die sie in Brand setzten. Augenzeugen berichteten von Schüssen der Demonstranten auf die Polizei. Bei den Zusammenstößen wurden mehrere Personen verletzt, darunter zwei Reporter.