Mit dem Urteil folgte das Gericht der Staatsanwaltschaft, die lebenslange Haft gefordert hatte. Die Verteidigung hatte auf zwölf Jahre plädiert.

Unmittelbar vor seiner Verurteilung hatte der ehemalige Börsenhändler Madoff nochmals Reue gezeigt. Er habe einen "fürchterlichen Fehler" begangen, sagte er vor Gericht in New York. An die Betrugsopfer im Saal gewandt sagte er: "Es tut mir leid. Ich weiß, das hilft Ihnen nichts." Zugleich bekannte Madoff: "Ich habe für mein Verhalten keine echte Entschuldigung anzubieten." Seiner Familie hinterlasse er ein "Vermächtnis der Schande", meinte der 71 Jahre alte Verurteilte.

Prominente und Banken gehören zu den Geprellten

Madoff hatte sich im März schuldig bekannt, über Jahre hinweg ein gigantisches sogenanntes Schneeballsystem betrieben zu haben, in dem sich Geld scheinbar vermehrt. Die genaue Summe, die Madoff sich seit den achtziger Jahren erschlich, ist bislang nicht ermittelt. Rund 13 Milliarden Dollar konnten die Ermittler mehr als 1300 Kundenkonten zuordnen. Laut den Gerichtsunterlagen liegt allein diese Summe schon 32 Mal über der Richtlinie für lebenslange Haft. Angebracht wäre deswegen eine Verurteilung zu 150 Jahren.

Der Staatsanwaltschaft zufolge flossen mehr als 170 Milliarden Dollar durch das Madoff'sche Betrugssystem. Im November, wenige Wochen vor seiner Verhaftung im Dezember, standen in den Büchern seiner Investment-Firma Anlagen über rund 65 Milliarden Dollar, für die er keine Sicherheiten gekauft hatte.

Zu den geprellten gehören neben Banken und Fonds auch Prominente wie die Schauspielerin Zsa Zsa Gabor und zahlreiche jüdische Wohltätigkeitsorganisationen. Letztere empört nicht nur der finanzielle Verlust, sondern auch die Enttäuschung darüber, dass ein Jude andere Juden um ihr Vermögen und die Ersparnisse gebracht hat.