Die Attacken werden schärfer: Die Banken, so fordern es Bundesfinanzminister Peer Steinbrück und Bundesbankpräsident Axel Weber, sollten gefälligst mehr Kredite vergeben. Dazu habe man sie schließlich gerettet.

Derlei Bankenschelte mag beim Wähler ankommen, doch sie hilft nicht weiter. Banken vergeben Kredite, um Geld zu verdienen. Das ist ihr Geschäft. Wenn sie jetzt weniger Kredite vergeben, dann weil ein nicht geringer Teil der deutschen Unternehmen in Zahlungsschwierigkeiten steckt.

Kein ehrbarer Bankier – und genau nach diesem ruft ja die Politik – darf diesen Firmen Geld verleihen, nicht zuletzt weil er die Einlagen der Sparer riskieren würde. Das Problem liegt bei den Kreditnehmern, nicht bei den Banken. Wenn der Staat etwas dagegen tun will, muss er neue Konjunkturprogramme auflegen. Dann kommt wieder Geld in die Kassen der Firmen und ihre Bonität steigt.

Natürlich kommt es immer häufiger vor, dass auch gesunde Unternehmen keinen Kredit bekommen. Das aber liegt daran, dass die Bilanzen der Banken noch nicht repariert sind. Bei vielen wird das Eigenkapital knapp. Ohne Kapital aber können sie keine Kredite vergeben, da helfen auch die Milliardenspritzen der Europäischen Zentralbank nichts. Denn die versorgt die Banken mit Liquidität (also mit geliehenem Geld), nicht mit Kapital. Letzteres kann nur der Staat verabreichen.

Wenn Steinbrück will, dass die Banken mehr Kredite vergeben, muss er also mehr für die Konjunktur tun und die Banken rekapitalisieren. Doch dazu ist er nicht bereit. Es kommt eben beim Wähler nicht gut an.

Völlig falsch ist die Forderung der Gewerkschaften, der Staat solle die Institute, an denen er beteiligt ist, dazu zwingen Kredite zu vergeben. Er kann für diese Banken allgemeine Richtlinien erlassen. Über die Vergabe von Krediten sollten hingegen weiter Experten entscheiden.