Bei Mercedes denkt man über eine Erweiterung der Produktpalette nach unten nach. Das hat Mercedes-Produktionsvorstand Rainer Schmückle jetzt in einem Interview erklärt. "Wir werden stärker auch im Bereich zwischen 15.000 und 25.000 Euro spielen müssen", sagte Schmückle der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Den Anlass dazu soll das Produktionsende der aktuellen A- und B-Klasse im Jahr 2012 geben. Vier Varianten eines neuen kleineren Fahrzeugs sind laut Schmückle im Moment bei Mercedes in Arbeit.

Mit dem Smart Forfour hatte es im Konzern von 2004 bis 2006 bereits ein Modell in der anvisierten Größe gegeben. Allerdings verfehlte der Wagen die erhofften Verkaufszahlen und wurde deshalb nach nur zwei Jahren eingestellt. "Zum Glück haben wir uns ja Smart erhalten", so der Daimler-Vorstand im Interview. "Der Viersitzer war doch grundsätzlich keine schlechte Idee." Es habe möglicherweise nur an der Umsetzung gehakt.

Für Luxusmodelle wie die S-Klasse sieht Schmückle zwar nach wie vor einen Markt, vor allem in den Schwellenländern: "Ihren wachsenden Wohlstand setzen die Kunden auch dort in Status um." Für die deutschen Standorte des Premiumherstellers gibt Schmückle daher Entwarnung: "Die Kapazitäten, die wir für die S- und E-Klasse geschaffen haben, können auch langfristig ausgelastet werden, da bin ich mir sicher."

Obwohl die Firmenkunden ihre Budgets nicht im großen Stil gekürzt hätten, entschieden sie mittlerweile stärker mit Blick auf den Kohlendioxid-Ausstoß, berichtete Schmückle weiter. Entsprechend schleppend verkauft sich die in diesem Frühjahr runderneuerte S-Klasse in den angestammten Märkten.

Das große Interesse am ökologisch korrekter wirkenden S 400 Hybrid passt dazu. Allerdings hilft es Daimler nicht weiter. Obwohl die Kunden für dieses Auto 7.000 Euro mehr zahlen, ist das für den Stuttgarter Hersteller nicht kostendeckend. Um bei dieser neuen Technologie ganz sicher zu gehen, habe man eher zu viel des Guten getan, deutet Schmückle an – und entsprechend habe man Möglichkeiten, die Kosten zu drücken.