ZEIT ONLINE: Was halten Sie vom aufkommenden "Boyfriend"-Look?

Brüno: Ich find ihn unglaublich anstößig. Ich werde mich nicht über meinen Partner definieren! Wer will denn bitte aussehen, als trage er die Klamotten von jemand anderem, vor allem, wenn dieser jemand nichts von Mode versteht! Nein, ich trage, was ich will, und mein Boyfriend trägt, was ich ihm hinlege.

ZEIT ONLINE: Sie haben viel Erfahrung bei Wohltätigkeitsveranstaltungen auf der ganzen Welt gesammelt. Wie würden Sie Deutschland und den Deutschen helfen?

Brüno: Sie haben ganz recht, Brüno hat schon immer eine Menge für gute Zwecke getan. In Österreich bezahlt meine Show Funkyzeit jedes Jahr am St. Arnold’s Day Zahnbleichungen für 100 nutzlose Bettler. Zurzeit sind wir dabei, Geld zu sammeln, das wir Sammy Casalli, dem Stylisten der Pussycat Dolls, schicken wollen, damit er ein glückliches Mädchen in einem afrikanischen Dorf supersexy verschönert! Den Deutschen will ich nicht wirklich helfen – das letzte Mal, als ein Österreicher das getan hat, ist es nicht so gut ausgegangen.

ZEIT ONLINE: Es gibt Gerüchte, wonach Ihr Auftritt vor dem Brandenburger Tor, dem unter anderem zahlreiche Schulklassen beiwohnten, eigentlich als Testlauf für ihre geplante Serie von Brüno-Action-Figuren für kleine Jungs diente (um sie im späteren Leben vor der Bürde der Heterosexualität zu bewahren). Stimmt das?

Brüno: Nein, das stimmt nicht. Die einzige Vermarktungsstrategie, über die ich gerade nachdenke, ist die einer ersten DVD über Essstörungen. Sie wissen schon: Anleitungen, wie man sich diskret in der Öffentlichkeit übergibt (die aufziehbaren Sonnenbrillen-Etuis von Prada sind perfekt dafür), welches Essen am besten schmeckt auf dem Weg hinauf (Profiterols, Pfirsich-Joghurt, Spaghetti Carbonara, Bananen und Haagen Dazs Dolce de Leche) und was sich als Füllmaterial eignet, um die Hungergefühle zu vertreiben (Tampons – starker Tobak).

ZEIT ONLINE: Wie würden Sie reagieren, wenn Sie eines Tages herausfänden, dass Ihr Sohn O. J. sich für Mädchen interessiert?

Brüno: Ich würde mich mit ihm hinsetzen und ihm sagen, dass das nur eine Phase ist, die er durchläuft, aber dass ich glücklich sein werde, egal wie er sich entscheidet. Dann würde ich mit ihm den Film Gladiator ansehen, den Ton runterfahren und dafür Kylie voll aufdrehen, einfach um sicher zu gehen, dass er versteht, dass ich nicht glücklich sein werde, egal wie er sich entscheidet.