"Wir haben die Absicht, unter genauen, ganz engen Bedingungen Eurodac für die Polizei zu öffnen", sagte EU-Justizkommissar Jacques Barrot. Dies sei wichtig für den Kampf gegen Terrorismus und Verbrechen. Der
konkrete Vorschlag soll im Herbst eingebracht werden, es müssten noch Anregungen des Europäischen Parlamentes eingearbeitet werden, sagte Barrot weiter.

Die zentrale Datenbank Eurodac untersteht der EU-Kommission. Seit 2003 werden hier Fingerabdrücke und Daten von allen Asylbewerbern über 14 Jahren gespeichert. Auf diese Weise soll vermieden werden, dass ein Mensch in verschiedenen Ländern gleichzeitig Asyl beantragen kann.

Die Polizei soll Zugriff erhalten, um Fingerabdrücke von Tatorten mit denen in der Datei vergleichen zu können. Das kritisiert der Europäische Rat für Flüchtlinge und Exilanten (ECRE). Sie sehen darin eine "Stigmatisierung" der Asylbewerber. Wenn die Datei für nationale Polizeibehörden und Europol geöffnet würde, könnten die Daten möglicherweise auch in das Herkunftsland der Flüchtlinge gelangen und die Asylbewerber gefährden, befürchtet ECRE.