Künftig darf der Warenverkehr am Allenby-Grenzübergang zu Jordanien rund um die Uhr abgewickelt werden, teilte der stellvertretende Außenminister Danni Ajalon mit. Damit könnten sowohl Importe wie Warenausfuhren ab sofort 24 Stunden am Tag abgewickelt werden. Bislang war die Grenzöffnung auf zwölf Stunden beschränkt.

Zudem will Israel drei Wirtschaftszonen im Westjordanland unterstützen, darunter auch das Industriegebiet in Dschalameh im nördlichen Westjordanland, das mit deutscher Unterstützung entstehen soll.

Ziel sei es, die Beschränkungen für die palästinensische Bevölkerung zu lockern, ohne die Sicherheit der Israelis zu gefährden, sagte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu.

Seit Amtsantritt der rechtsgerichteten israelischen Regierung am 31. März hat Israel bereits zahlreiche Sperren im Westjordanland aufgehoben, um den Personen- und Warenverkehr zu erleichtern. Mehr als 140 Straßensperren und Blockaden sind Armeeangaben zufolge innerhalb der vergangenen zwölf Monate beseitigt worden.

Wie das UN-Koordinierungsbüros für humanitäre Hilfe (OCHA) mitteilte, existieren jedoch nach wie vor 614 Straßensperren, welche die 2,4 Millionen Palästinenser im Westjordanland in ihrer Bewegungsfreiheit einschränken. Darunter sind beispielsweise 68 Straßensperren der israelischen Armee und 203 Erdwälle, teilte die UN-Organisation mit. Rund ein Drittel des Palästinensergebietes darf obendrein nur mit Sondergenehmigung betreten werden. Dazu zählt auch der von Israel besetzte arabische Ostteil von Jerusalem.

Im Gazastreifen erhält Israel seine Blockaden jedoch nach wie vor aufrecht. In einem überraschend eindeutigen Aufruf hatte kürzlich das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) Netanjahus Regierung aufgefordert, für Bewegungsfreiheit und einen freien Warenverkehr zu sorgen, um den dort lebenden 1,5 Millionen Palästinensern ein normales Leben zu ermöglichen.