Nur zwei Wochen schaffte es das schleswig-holsteinische Atomkraftwerk Krümmel, seinen Betrieb nach langer Stilllegung aufrechtzuerhalten. Dann folgten innerhalb kurzer Zeit zwei Störfälle. Der jüngste Zwischenfall ereignete sich am Samstag und führte in Hamburg sowie Schleswig-Holstein zu Stromausfällen, Wasserrohrbrüchen und Störungen im Notrufsystem.

Was ist in dem AKW passiert?

In einem Transformator hat es am Samstag einen Kurzschluss gegeben. Nach einem ähnlichen Vorfall 2007 geriet ein baugleicher Transformator in Brand. Der jetzige Kurzschluss am 1976 gebauten Trafo lässt an der Zuverlässigkeit des Bauteils zweifeln. Der Geschäftsführer der Atomsparte bei Vattenfall, Ernst Michael Züfle, sagte am Sonntag in Hamburg, dass ähnlich wie beim Großbrand 2007 erneut Öl im Transformator ausgetreten war; offenbar hat es nach dem Kurzschluss auch wieder einen Lichtbogen gegeben. Schlimmstenfalls hätte es dadurch erneut zu einem Brand kommen können. Züfle gab zu, dass nach der Schnellabschaltung im Innenkreislauf des Meilers eine erhöhte Strahlung im Reaktorwasser festgestellt wurde.

Wie wurde der Vorfall publik?

Wie 2007 ist Vattenfall auch diesmal wegen seiner Informationspolitik massiv unter Druck geraten. Der jüngste Zwischenfall wurde auf Umwegen über die Polizei vor Ort zur Leitstelle in Kiel und von dort zum Innenministerium weitergemeldet, welches das atomrechtlich verantwortliche Sozialministerium informierte. Eigentlich muss Vattenfall die Atomaufsichtsbehörde umgehend direkt informieren. Warum das nicht geschehen ist, konnte Züfle am Sonntag nicht erklären.