Wie aus pakistanischen Geheimdienstkreisen verlautet, feuerte ein unbemanntes Flugzeug fünf Raketen auf einen Fahrzeugkonvoi der Islamisten. Mindestens 40 Menschen seien getötet, Dutzende weitere verletzt worden.

Zuvor hatte eine andere Drohne eine Stellung der Taliban angegriffen. Dabei starben den Angaben zufolge zehn Menschen, drei wurden verletzt. Bei allen Opfern soll es sich um Anhänger des Extremisten-Führers Baitullah Mehsud handeln.

Ihm werden enge Verbindungen zu Taliban und al-Qaida-Terroristen nachgesagt. Die Islamisten sind vor allem in Afghanistan aktiv und nutzen das angrenzende Süd-Waziristan als Rückzugsraum. Zudem soll Mehsud für das Attentat auf Pakistans Oppositionsführerin Benazir Bhutto im Dezember 2007 verantwortlich sein.

Ende Mai hatte die pakistanische Armee im Nordwesten des Landes eine Offensive gegen die Taliban gestartet, um deren wachsenden Einfluss in der Region zurückzudrängen. Unterstützt wird sie dabei vom US-Militär, das in den vergangenen Monaten Dutzende solcher Luftschläge geführt hat. Erst am Dienstag waren bei einem Luftangriff in der Region zwölf Aufständische ums Leben gekommen.

Auch in der südöstlichen Provinz Ghasni im Nachbarland Afghanistan attackierte die US-Armee eine Stellung radikaler Islamisten. Dabei wurde Militärangaben zufolge eine afghanische Zivilistin von einem "Querschläger" tödlich verwundet. Zudem seien bei der Militäraktion "zahlreiche bewaffnete" Kämpfer des mit den Taliban verbündeten Hakkani-Netzwerks getötet worden.

Zivile Opfer im Kampf gegen die Aufständischen sorgen immer wieder für massiven Unmut in der afghanischen Bevölkerung. UN-Angaben zufolge wurden zwischen Januar und Mai 800 Zivilisten in Afghanistan getötet, 24 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Der neue Kommandeur der internationalen Truppen in Afghanistan, US-General Stanley McChrystal, hat einen Strategiewechsel angekündigt und die Soldaten laut einer am Montag veröffentlichten Direktive angewiesen, "zivile Opfer oder exzessive Schäden" bei Militäraktionen zu vermeiden.