Die Landebahn war mit Lastwagen versperrt, das Flugzeug mit Honduras' gewähltem Präsidenten Manuel Zelaya an Bord konnte nicht in Tegucigalpa landen. Der Präsident, in Personalunion Oberbefehlshaber über die Truppen, befahl den Soldaten, die Landebahn zu räumen. Doch am Boden tat sich nichts, stattdessen stiegen Hubschrauber und Kampfflugzeuge auf und vertrieben die Maschine mit dem linken Politiker.

Das Militär hatte Zelaya in der vergangenen Woche zwangsweise ins Exil geschickt. Vermummte Soldaten waren nachts in den Präsidentenpalast eingedrungen, hatten den überrumpelten Präsidenten im Schlafanzug abgeführt und zum Flughafen gebracht.

Umsturz, Putsch, Staatsstreich – es gibt viele Wörter für so eine illegitime Machtübernahme durch Militärs. Doch diese Begriffe klingen so undemokratisch und so anrüchig, dass Putschisten stets von einer Rettung der Demokratie durch die Armee sprechen. So war es diesmal in Honduras und so war es 2008 in Guinea und in Mauretanien.

In diesem Jahr putschten sich Militärs im März in Guinea-Bissau und auf Madagaskar, im April auf den Fidschi-Inseln und nun in Honduras an die Macht und installierten ihre Marionetten als angeblich demokratische Regierung. In Georgien und der Türkei sollen Offiziere zudem jeweils einen Staatsstreich vorbereitet haben.

Die zahlreichen gelungenen und versuchten Machtergreifungen der Militärs in den vergangenen Jahren zeigen einen Trend: Die Putschisten kehren zurück.

Für Militärs scheint die bewaffnete Machtübernahme im 21. Jahrhundert nun erneut kein Tabu mehr zu sein. Die meuternden Soldaten setzen Schusswaffen ein, bei den Putschen starben wie in Honduras Zivilisten oder wie in Guinea-Bissau einflussreiche Politikern. Anfang März erschossen in Guinea-Bissau Soldaten den Präsidenten.