Schwedens Strahlenschutzbehörde SSM bemängelte, Vattenfall habe Sicherheitslücken am Atomkraftwerk Ringhals nicht behoben. Sie sei der Auffassung, "dass der Sicherheit in Teilen der Organisation nicht die notwendige Aufmerksamkeit geschenkt wird. Das kann auf Dauer die Reaktorsicherheit gefährden."

Der Behörde zufolge soll es seit Jahresauftakt 60 Zwischenfälle in dem südlich von Göteborg gelegenen Meiler gegeben haben. Zwei davon seien in die oberste Gefahrenkategorie eingestuft worden. So sei in einem Fall ein automatisches Ventil, das radioaktive Lecks in dem Reaktor verhindern soll, nicht in Betrieb gewesen.

Die SSM habe Vattenfall seit 2005 mehrfach ermahnt, die Sicherheitsstandards in Ringhals zu verbessern, hieß es. "Dennoch haben sie die Probleme nicht in den Griff bekommen", sagte ihr Chef Leif Karlsson.

Die Behörde stellte die Anlage nun unter verschärfte Aufsicht und ordnete an, die Mängel zügig zu beheben. Zudem erwartet sie ab sofort einen laufenden Fortschrittsbericht von dem Konzern. Von einer Abschaltung des Meilers nahm die SSM jedoch zunächst Abstand, da die Mängel ihren Angaben zufolge insgesamt nicht so gravierend seien.

Bereits im Sommer 2006 wurde das zweite schwedische Atomkraftwerk von Vattenfall in Forsmark für zwei Jahre unter behördliche Sonderaufsicht gestellt. Ursache war ein vom Unternehmen selbst als "sehr ernst" eingestufter Zwischenfall. Mitarbeiter des Meilers berichteten im Fernsehen von Panik im Kontrollraum, als die Notgeneratoren ausfielen, und sprachen von einem "generellen Verfall der Sicherheitskultur" in der Anlage.