US-Präsident Barack Obama hatte den Kampf gegen die radikal-islamischen Rebellen zur Priorität erklärt und 21.000 zusätzliche US-Soldaten ins Land geschickt.

Nach bisherigen Plänen soll die afghanische Armee bis zum Jahre 2011 von gegenwärtig 85.000 auf 134.000 Mann aufgestockt werden. Doch nach Ansicht mehrerer hoher Beamte des US-Verteidigungsministeriums, müssten die Truppen etwa doppelt so groß sein wie geplant, schreibt die Washington Post.

Ohne eine solche Verstärkung "werden wir den Krieg verlieren", zitiert das Blatt einen hohen Soldaten in Kabul, der mit der Einschätzung McChrystals vertraut sei.

Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich weiter verschlechtert. Der Kommandeur der Truppen im Nahen und Mittleren Osten, General David Petraeus, sagte, dass die USA allein in der ersten Juni-Woche mehr als 400 Angriffe von Aufständischen verzeichneten. Das sei die höchste Zahl seit der von den USA geführten militärischen Niederschlagung des Taliban-Regimes 2001.

Auch die deutschen Soldaten geraten zunehmend ins Visier der Taliban. Am 23. Juni waren mehrere Soldaten bei einem Feuergefecht in der Nähe der Stadt Kundus ums Leben gekommen.

Mit einer Aufstockung der afghanischen Armee wären jedoch erhebliche Mehrkosten für die in USA verbunden, hieß es. Bisher zahle Washington jährlich bereits mehr als 7,5 Milliarden US-Dollar für den militärischen Aufbau. Zudem müssten Tausende US-Soldaten als Ausbilder und Berater zusätzlich nach Afghanistan geschickt werden.

Zum Schutz von Soldaten und der Zivilbevölkerung wurde auch das deutsche Engagement in Afghanistan ausgeweitet. Mit einer breiten Mehrheit stimmte der Bundestag der Beteiligung an AWACS-Aufklärungsflügen der Nato über Afghanistan zu. Die Kosten belaufen sich auf rund 4,2 Millionen Euro. Derzeit sind 3700 deutsche Soldaten in Afghanistan stationiert.