Montag, 6. Juli 2009
Etappenziele

Früher fertig zu sein als die anderen. Das ist das Ziel von Lene-Lotte und Stephan. Denn ansonsten hat man auf einmal E-Mails mit Betreffzeilen wie "Jipppie!", "Juhuuuuu, fertig!" oder "Kannst Du mal drübergucken?" im Posteingang und ist selbst noch weit davon entfernt, solche E-Mails selbst zu schreiben.

Die Bitte von Kommilitonen, die Arbeit im Anhang Korrektur zu lesen, lässt sich nur schwer ausschlagen. Und das Etappenziel der Tour de Bachelor ist damit auch hin. Selbst noch nicht fertig, soll man sich jetzt erst einmal mit den vollendeten Werken der anderen auseinandersetzen. Wenn die Arbeiten fachfremd sind, ist es ja oft noch ganz amüsant; bei ähnlichen Themen tut es dafür besonders weh. Lene hat zurzeit zwei solcher Leichen in ihrem Posteingang liegen. Und sie kann weder Zeit noch Motivation finden, um auf "Dokument öffnen" zu klicken und anzufangen. Dann doch lieber Schreiben als Lesen.

Einen klaren Vorteil hat die Sache allerdings: Gemäß dem Motto "Wie du mir, so ich dir" greift mit dem Korrekturlesen das ungeschriebene Gesetz der gegenseitigen Verpflichtung. Wem ich die Arbeit korrigiere, dem kann ich auch meine Arbeit zur Korrektur schicken. Allerdings will gut überlegt sein, mit wem es lohnt, diese Symbiose einzugehen. Fachidioten aus dem eigenen Studiengang könnten den Blick für das Wesentliche verlieren, fachfremde Korrekturleser können bei inhaltlichen Fragen meist nicht weiterhelfen. Und Mama und Papa haben von der Korrekturfunktion bei Word wahrscheinlich noch nie etwas gehört. Also muss man seine inoffiziellen Dritt-, Viert- und Fünftprüfer knallhart nach ihren Fähigkeiten auswählen: einer für Orthografie, einer für Rechtschreibung, einer für Satzbau und einer für das Inhaltliche. Alles andere ist überflüssiger Luxus.

Und während Lene noch überlegt, wessen Arbeit sie zuerst öffnen soll, schreibt ihr Stephan eine E-Mail.
Betreff: "Was lange währt, wird endlich gut... :D"

Bachelor-Faktor (Skala von 1 bis 10): Fünftprüfer
Seitenzahl: 45 Seiten


Mittwoch, 8. Juli 2009
Hier rein – da raus

Lene-Lotte und Stephan stellen fest, dass sie sich in den vergangenen Wochen anders ernähren als sonst. Bei einem klassischen Bachelor-Einkauf liegen tafelweise Schokolade, Studentenfutter, Fertigpizzen und – okay – eine Flasche Sekt auf dem Band. Waren lange Koch-Sessions zu Beginn noch ein super Ausgleich und eine willkommene Ablenkung, so ist es jetzt undenkbar, Zeit am Herd zu verschwenden.