Die Nominierung des Portugiesen Barroso für nochmal fünf Jahre gaben der schwedische Regierungschef und EU-Ratsvorsitzende Fredrik Reinfeldt im italienischen L'Aquila am Rande des G-8-Gipfels bekannt. Der Nominierung hätten die EU-Staaten im schriftlichen Verfahren zugestimmt.

Die Wiederwahl durch das neu gewählte Europaparlament dürfte allerdings erst im September nach der Sommerpause erfolgen. Wie der schwedische Ministerpräsident und amtierende EU-Ratspräsident Fredrik Reinfeldt bereits Anfang der Woche mitteilten, ließen sich die Gruppenchefs der Parlamentsmehrheit bei Konsulationen in Stockholm nicht zu einer schnelleren Abstimmung bewegen. Neben den Sozialdemokraten und den Grünen beharrten auch die Liberalen auf dem späteren Termin.

Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten sich am 19. Juni einstimmig dafür ausgesprochen, den Christdemokraten Barroso im Amt zu bestätigen. Zugleich hatten sie das Europaparlament gebeten, noch im Juli über die Berufung des 53-Jährigen zu entscheiden. Die EU-Kommissare sollten jedoch erst im Herbst bestellt werden, wenn klar sei, ob der Lissabon-Vertrag ratifiziert wird.

Die Amtszeit der jetzigen Kommission läuft Anfang November aus.