Seit 1992 sorgte die geplante militärische Nutzung des 14.000 Hektar großen "Bombodroms" in der Kyritz-Ruppiner Heide in Nordbrandenburg für viel Streit. Die wichtigsten Etappen der Kontroverse um die Pläne für den größten Luft-Boden-Schießplatz der Bundeswehr in Deutschland:

30. Juni 1992: Das Bundesverteidigungsministerium veröffentlicht ihr Truppenübungsplatzkonzept.

23. August 1992: Gründung der brandenburgischen Bürgerinitiative "Freie Heide", die sich für eine zivile Nutzung des Geländes einsetzt. Die Übungsflüge der russischen Truppen werden eingestellt.

1993: Die Russen ziehen ab, der Bund wird Rechtsnachfolger. Die Bonner CDU/FDP-Koalition beschließt die militärische Weiternutzung.

24. März 1999: Das Oberverwaltungsgericht in Frankfurt (Oder) gibt den Klagen von Gemeinden, Privatleuten und einer Kirchengemeinde in Teilen Recht, die Flächen zurückgefordert hatten.

14. Dezember 2000: Das Bundesverwaltungsgericht untersagt die militärische Nutzung; zuvor müssten die Anliegergemeinden ausreichend angehört werden.

2002: Zu Jahresbeginn gründet sich in Mecklenburg-Vorpommern die Bürgerinitiative "Freier Himmel".

9. Juli 2003: Das Verteidigungsministerium gibt bekannt, dass die Kyritz-Ruppiner Heide weiter militärisch genutzt werden soll.

14. August 2003: Das Verteidigungsministerium verschiebt nach einer Erörterung beim Verwaltungsgericht Potsdam die geplanten Tiefflüge. Ursprünglich sollte der Betrieb am 18. August beginnen.

20. Januar 2004: Die Grünen fordern Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) auf, im Zuge der Standortschließungen endgültig auf das "Bombodrom" zu verzichten.

26. Mai 2004: Bundestagspräsident Wolfgang Thierse werden rund 19.000 Unterschriften gegen den Übungsplatz überreicht.

29. Dezember 2004: Neue Niederlage für die Bundeswehr: Vor einer Entscheidung über die militärische Weiternutzung des Geländes hätten laut Oberverwaltungsgericht in Frankfurt (Oder) Anliegergemeinden angehört werden müssen.

1. Juni 2005: Ein von 23 SPD-, 33 Grünen- und 2 PDS-Abgeordneten initiierter Gruppenantrag zum sofortigen Verzicht auf die militärische Nutzung wird in mehreren Bundestagsausschüssen von der Union und von SPD-Vertretern abgelehnt.

Dezember 2005: Der neue Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) will am "Bombodrom" festhalten.

31. Juli 2007: Das Potsdamer Verwaltungsgericht gibt Musterklagen gegen das "Bombodrom" statt. Die Auswirkungen des Lärms seien nicht ausreichend berücksichtigt worden. Das Verteidigungsministerium legt Berufung ein.

30. November 2007: Ein Bericht des Bundesrechnungshofes wird bekannt, in dem dieser den Verzicht auf das umstrittene "Bombodrom" fordert. Aus Sicht der Prüfer wird dieses nicht benötigt.

2. Mai 2008: Die Landesregierungen von Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern lehnen erneut die Bundeswehr-Pläne ab.

20. Januar 2009: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lehnt ein Gespräch mit den Regierungschefs von Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern zum "Bombodrom" ab.

27. März 2009: Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg weist die Berufung des Bundesverteidigungsministeriums ab und untersagt die militärische Nutzung. Eine Revision beim Bundesverwaltungsgericht ist aber möglich.

2. Juli 2009: Der Bundestag spricht sich gegen den geplanten Luft-Boden-Schießplatz aus. Die Abgeordneten folgten einem Antrag des Petitionsausschusses.

9. Juli 2009: Verteidigungsminister Jung gibt den Verzicht des Bundes auf den umstrittenen Tiefflugübungsplatz bekannt.