Der Anlagenbauer Ferrostaal steht unter Verdacht, dass beim Bau von Hochseeschleppern illegale Zahlungen flossen. Am Mittwoch durchsuchten die Ermittler im Hauptquartier Essen, in Hamburg, Cuxhaven und Geisenheim verschiedene Firmen und Privatwohnungen. Erste Beschuldigte wurden verhaftet.

Der Bayrische Rundfunk berichtet, dass es  bei dem Verdacht um mehr als 15 Millionen Euro geht. Das Geld soll unter anderem an zwei Manager der Hamburger Bergungsreederei Harms gegangen sein. Dafür hätten sie acht Hochseeschlepper bei der Mützelfeldwerft bestellt. Nach eigenen Untersuchungen des Unternehmens liegen bisher keine Hinweise auf schwarze Kassen vor.

Erst Anfang Mai wurden die MAN-Zentrale in München und weitere Geschäftsräume deutschlandweit durchsucht. Der Lastwagen- und Maschinenbaukonzern ist mit 30 Prozent an Ferrostaal beteiligt. Das Münchener Unternehmen steht im Verdacht, den Verkauf von Lastwagen und Bussen jahrelang mit dubiosen Provisionszahlungen angekurbelt zu haben.

Unter Verdacht stehen mehr als 100 Beschuldigte, von denen rund die Hälfte im MAN-Vertrieb arbeitet. Das Unternehmen MAN reagierte direkt und gründet eine neue Abteilung, die die interne Aufsicht übernehmen soll. In Zukunft soll sie die Staatsanwaltschaft direkt bei Verdachtsfällen informieren.