Die Anschläge galten ausschließlich Wohngebieten, in denen schiitische Muslime leben. In einem Wohnbezirk der Stadt Tel Afar, die gut 400 Kilometer nördlich von Bagdad liegt, rissen zwei Selbstmordattentäter am Morgen 41 Menschen mit in den Tod. Nach Angaben der Polizei waren die meisten Opfer Frauen und Kinder. 80 Menschen wurden verletzt. Als Passanten zusammenströmten, um Opfer zu bergen, ereignete sich ein zweiter Anschlag, wie ein Polizeisprecher mitteilte.

In Bagdads Schiiten-Vorstadt Sadr-City wurden 14 Menschen getötet, als zwei Bomben auf einem Markt explodierten. Ein Beamter des Innenministeriums sagte, 30 weitere Menschen hätten Verletzungen erlitten. Die Sprengsätze seien kurz hintereinander detoniert.

Bereits am Vorabend hatten Terroristen in zwei Dörfern unweit von Tel Afar Autobomben gezündet. Die mit Sprengstoff beladenen Fahrzeuge waren neben zwei schiitischen Moscheen in den Dörfern Sada und Al-Kubba abgestellt worden.

In dem Dorf Sada starben 20 Menschen, von denen einige erst im Laufe der Nacht unter den Trümmern der Moschee gefunden wurden. In dem zweiten Dorf zählte die Polizei sieben Tote. Durch diese zwei Anschläge wurden laut Polizei insgesamt 67 Menschen verletzt.

Vor rund einer Woche waren die US-Kampftruppen aus den irakischen Städten abgezogen und hatten das Feld den irakischen Sicherheitskräften überlassen. Seitdem nimmt die Gewalt wieder zu.