Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa hat sich Porsche-Chef Wendelin Wiedeking mit Katar über den Einstieg des Golfemirats geeinigt. Danach würde Katar für dei sieben Milliarden Euro 20 Porsche der Porsche-Holding erwerben sowie sich Optionen auf den Erwerb von Aktien des Stuttgarter Konzerns an VW sichern.

"Die Summe würde das Unternehmen nahezu entschulden", hieß es. Der Deal wäre "ein Befreiungsschlag für Porsche". Das Angebot aus Katar sei "endverhandelt".

Porsche hatte sich durch die versuchte Übernahme des mehrfach größeren Autoherstellers VW finanziell übernommen und sucht deshalb dringend einen Investor, um die drückenden Schulden von neun Milliarden Euro abzubauen. Durch den Einstieg Katars würden die Eignerfamilien Porsche und Piech ihre bisherige Alleinherrschaft über das Unternehmen verlieren. Katar ist auch an einem Einstieg bei VW interessiert.

Volkswagen hält aber ebenfalls an seinen Plänen für eine Fusion mit Porsche fest. Wie der Spiegel berichtete, hat der Wolfsburger Konzern sein Angebot nachgebessert. Statt drei bis vier Milliarden Euro biete er nun deutlich über vier Milliarden für 49,9 Prozent an der Porsche AG an.

Entscheidung am 23. Juli

Weder VW noch Porsche wollten sich zu den Berichten äußern. Die grundlegende Entscheidung über die Zukunft von Porsche fällt voraussichtlich erst am 23. Juli auf einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung des Sportwagenbauers. Dabei könnte es zu einer Kampfabstimmung über den Einstieg von Katar oder ein Zusammengehen mit VW kommen.

Seit Wochen tobt über diese Frage ein heftiger Machtkampf zwischen Porsche-Chef Wiedeking und dem früheren VW-Chef Ferdinand Piech, der auch maßgeblich an Porsche beteiligt ist. Wiedeking ist strikt gegen einen Teilverkauf an VW. Er befürwortet eindeutig den Einstieg Katars. Vor wenigen Tagen hatte ein entsprechendes "Rettungsangebot" aus Wolfsburg noch zu heftigen Attacken aus Stuttgart geführt. Porsche hatte das Angebot als nicht umsetzbar abgelehnt.