Ärger in der SPD: Der Finanzminister nutzt die Gelegenheit, in der Rentenfrage seinen Partei- und Kabinettskollegen Scholz zu attackieren. Zwar stelle er die Rentengarantie nicht infrage, sagte Steinbrück in der ARD. Angesichts einer "bemerkenswerten Rentenerhöhung" und anderer Maßnahmen für die Rentnergeneration stelle sich aber "langsam die Frage, ob das unter dem Gesichtspunkt der Generationengerechtigkeit nicht grenzwertig ist".

Zum 1. Juli hatte der Staat die gesetzlichen Altersbezüge im Westen um 2,41 Prozent und im Osten um 3,38 Prozent erhöht. Zudem sollen die Bezüge der etwa 20 Millionen Rentner – zumindest nominal – niemals gekürzt werden. Dies gilt auch dann, wenn durch hohe Arbeitslosigkeit und eine große Zahl von Kurzarbeitern die Lohnsumme sinkt, an deren Entwicklung die Renten gekoppelt sind.

Die Kritiker sahen darin vor allem den Versuch, die Stimmen der Rentner bei der Bundestagswahl zu sichern, und beanstandeten, dass die Milliarden-Kosten der Rentengarantie im Bedarfsfall allein den Beitragszahlern aufgebürdet werden. "Ich habe große Zweifel, ob das für nachfolgende Generationen das richtige Signal ist", sagte Steinbrück der Frankfurter Rundschau. Der heutigen Rentnergeneration gehe es "so gut wie niemals einer zuvor". Die "Gekniffenen" seien dabei die heute 25- bis 35-Jährigen.

Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD) verteidigte die von ihm initiierte Garantie. Fast jeden Tag rechne "ein neuer schlauer Professor oder ein neues schlaues Institut" aus, was alles schief gehen könne, sagte der Arbeitsminister der Süddeutschen Zeitung. Das schaffe Unsicherheit. Diesen "Panikmachern", wolle er "mit der eindeutigen Sprache des Gesetzes Einhalt gebieten".