Der neue CIA-Direktor Leon Panetta sagte aus, seine Behörde habe dem Parlament von 2001 bis zum vergangenen Monat bedeutsame Aktionen vorenthalten. Das sagte er vor dem Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses aus. Sieben Mitglieder des Ausschusses teilten dies in einem veröffentlichten Brief mit. Einzelheiten über die jeweiligen CIA-Operationen wurden nicht bekannt. Hinter verschlossener Tür hatte der CIA-Direktor den Abgeordneten Rede und Antwort gestanden.

Der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses und demokratischer Abgeordneter in Texas, Silvester Reyes, übte scharfe Kritik am Vorgehen der CIA. Sein Gremium sei in der Vergangenheit "in die Irre geführt worden, es wurde nicht umfassend unterrichtet und in mindestens einem Fall belogen".

Ein CIA-Sprecher betonte derweil, dass die Behörde ihrerseits die Initiative ergriffen habe, die Aufsichtsgremien über frühere Versäumnisse zu informieren. Der Geheimdienst und sein Chef Panetta seien der Überzeugung, dass es entscheidend sei, den Kongress umfassend und zeitnah zu unterrichten.

Der Sprecher des Weißen Hauses, Robert Gibbs, erklärte lediglich, er sei über die Angelegenheit unterrichtet worden, habe sich aber noch nicht näher damit befasst. Die demokratische Präsidentin des Abgeordnetenhauses, Nancy Pelosi, hatte vor einigen Wochen dem Geheimdienst vorgeworfen, den Kongress 2002 nicht ausreichend über "harte Verhörmethoden" gegen Terrorverdächtige informiert zu haben. Die CIA hatte das seinerzeit zurückgewiesen.

Infolgedessen wird nun eine Wiederbelebung der vor kurzem stattgefundenen, monatelang schwelenden Debatte erwartet, ob Pelosi im Herbst 2002 über die Foltervorgänge des sogenannten "Waterboardings" der CIA bescheid wusste oder nicht. Das berichtet der Onlinenachrichtendienst des Boston Globe. Das "Waterboarding" ist eine fragwürdige Foltertechnik, bei der der Kopf des Opfers so lange unter Wasser gehalten wir, bis es fast droht zu ertrinken. Die CIA hatte diese Methode an Gefängnisinsassen 2002/ 2003 angewandt. US-Präsident Barack Obama hatte dieses Vorgehen als Tortur verurteilt.

Pelosi hatte Journalisten im Mai gegenüber betont, nicht über das "Waterboarding" an vermutlichen Terroristen informiert gewesen zu sein, obwohl es stattgefunden habe. Sie sagte, sie unterstelle der CIA gelogen zu haben, was das Negieren der Vorwürfe angeht. Das geht aus Berichten des Boston Globes Online weiter hervor.