Wie das Bundeswehr-Einsatzführungskommando mitteilte, war ein mit sechs Afghanen besetzter Kleinlaster außerhalb des Stützpunkts in Kundus mit hoher Geschwindigkeit auf eine Stellung deutscher Infanteriekräfte zugefahren. Die Soldaten hätten Warnschüsse abgefeuert, der Fahrer des Wagens habe dennoch die Fahrt fortgesetzt. Daraufhin hätten die Soldaten gezielt auf das Fahrzeug geschossen, um es zum Halten zu bringen.

Dabei sei ein Jugendlicher getötet worden, drei weitere Menschen seien schwer verletzt worden. Einer der Verletzten erlag auf dem Weg in das Rettungszentrum des Regionalen Wiederaufbauteams (PRT) in Kundus seinen Verletzungen. Nach Angaben der Bundeswehr mussten die Soldaten von einem Angriff ausgehen. Sie hätten ihre Waffen im Einklang mit den bestehenden Regeln eingesetzt. Zivile Opfer im Kampf gegen Aufständische sorgen immer wieder für massiven Unmut in der afghanischen Bevölkerung.

Nach dem Vorfall hat sich die zuständige Staatsanwaltschaft Potsdam eingeschaltet. Die Behörde prüft nach Angaben eines Sprechers, ob gegen die beteiligten Soldaten Ermittlungen eingeleitet werden müssen.